fmpro-Instandhaltungstag 2016: Digitalisierung und Industrie 4.0

Digital, digital, digital – alle drei Referate des diesjährigen fmpro-Instandhaltungstages drehten sich um die Digitalisierung und um ihre Auswirkungen auf die Instandhaltung. Der fmpro Instandhaltungstag 2016 stand voll im Zeichen der Industrie 4.0

Rund 80 Teilnehmer kamen ins Briefzentrum Härkingen
Rund 80 Teilnehmer kamen ins Briefzentrum Härkingen

Nachlese

«Technische Anlagen hatten früher eine Art Eigenleben, heute hängen sie plötzlich am Internet und haben Kontakt miteinander», sagte Dr. Christoph Heitz von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. «Bis 2005 waren weltweit rund 100 Millionen Geräte vernetzt, bis 2020 werden es rund 50 Milliarden Geräte sein, darunter auch Zahnbürsten, Schuhe, Kleider oder Türschlösser. Sie generieren Informationen und stellen digitale Daten zur Verfügung. Die Frage stellt sich nun: Was machen wir damit? Und was passiert, wenn man das tut?» Grundsätzlich ginge es vor allem darum, mehr aus den eigenen Anlagen herausholen zu können. Informationen über den Zustand und die Nutzung von Anlagen können Erkenntnisse schaffen – in Echtzeit und weltweit. Das gilt natürlich auch für die Steuerung dieser Anlagen. «Die Technologien liegen bereit. Es geht jetzt nur noch darum, diese für die eigenen Bedürfnisse zusammenzubauen», sagte Heitz.

Remote Services

Sandro Gisler, Remote Service Portal Owner, Bosch Packaging, zeigte anschliessend auf, wie Remote Services die Instandhaltung von Anlagen verändern. «Damit lässt sich Zeit sparen und der häufig hinfällige Besuch eines Technikers vor Ort spart natürlich zusätzlich auch Geld», sagte Gisler. Für ihn ist klar: Die Digitalisierung verändere die Instandhaltung, vor allem aber verändere es die Rolle des Instandhalters. Man könne mit Remote Services vieles aus der Ferne anschauen, überprüfen und auch Einfluss nehmen. Sobald es aber einen mechanischen Eingriff brauche, brauche es auch den Instandhalter vor Ort. «Man kann damit bestimmt mehr machen als bloss reine Software-Updates, allerdings werden Remote Services die Wartung nie zu hundert Prozent ersetzen», sagte Gisler.

Digitale Fabrik

«Die digitale Transformation ist die Konstante», sagte Ronnie Weinig, Head Digital Services, Siemens Schweiz. «Und zwar schon lange. Die Digitalisierung dient der technischen und funktionalen Nutzung, sie ist ein Leistungsverstärker der Kernkompetenzen.» Aber sie fordere gewisse Investitionen, beispielsweise in neue Strukturen und auch in die fachlichen Kompetenzen aller Mitarbeitenden, inklusive der Geschäftsleitung. «Es läuft hier etwas, das nicht zu verhindern ist», sagte Weinig. «Man sollte sich schrittweise an die Themen und Möglichkeiten antasten. Es gibt Tools, die dabei unterstützen können.»

 

Podiumsdiskussion

Zur anschliessenden Podiumsdiskussion stiess auch Gastgeber Rolf Piana (Post CH AG) und diskutierte mit den drei Referenten über verschiedene Aspekte der Digitalisierung rund um die Post, über Roboter und Drohnen beispielweise, aber auch über neue Geschäftsfelder, über die Verknüpfung von Informationen und von Services an physische Produkte oder über die Chancen und Gefahren der Digitalisierung für den Standort Schweiz. Meistens zeigten sich die vier Herren einig. Einzig bei der letzten Frage wackelte diese Einigkeit. Manche sehen vor allem Chancen für die Schweiz, begründet durch technologischen Vorsprung, durch Standards und durch Verständnis. Andere wiederum äusserten sich kritischer und verwiesen beispielsweise auf den asiatischen Markt, der unheimlich schnell aufhole und voranschreite.

 

Präsentationen

  Unterwegs in eine Zukunft der digitalisierten Anlagewelt

Dr. Christoph Heitz, Mitglied Geschäftsleitung , ZHAW – Institut für Datenanalyse und Prozessdesign

 

  Remote Services verändert die Instandhaltung von Anlagen

Sandro Gisler, Remote Service Portal Owner, Bosch Packaging

 

  Effiziente Instandhaltung in der digitalen Fabrik

Ronny Weinig, Head Digital Services, Siemens Schweiz

Falls Sie einen Instandhaltungstag verpasst haben, können Sie sich hier noch nachträglich informieren:

 

2015 «Strategieentwicklung in der Instandhaltung

und Blick hinter die Kulissen des Zoo Zürich»28. Oktober 2015

Machen wir die richtigen Dinge? Und machen wir diese auch richtig? Diese Frage stand im Mittelpunkt des diesjährigen fmpro-Instandhaltungstages, der wie jedes Jahr viele Teilnehmende anlockte. In kurzen Impulsreferaten eröffneten die Redner verschiedene Perspektiven auf das Thema.
Veranstaltungsbericht 2015
2014 «Arbeitssicherheit im Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit, Ethik und Recht»  
30. September 2014

 

Die Verantwortlichkeit von Führungskräften und Sicherheitsbeauftragten steigt stetig. Doch wie wird eine hohe Sicherheit in der Praxis gewährleistet? Die Referenten (Die Post, SUVA, Habasit AG) sprachen im Technorama Winterthur über rechtliche Aspekte in der Arbeitssicherheit und die Umsetzung in der Praxis.

Veranstaltungsbericht 2014

2013 «Instandhaltung – Schlüsselfaktor Wahrnehmung»
7. November 2013

 

Drei zentrale Herausforderungen der industriellen Instandhaltung sind der Kostendruck, die personellen Ressourcen und die Wahrnehmung. Dabei nimmt die Wahrnehmung der Instandhaltung eine Schlüsselposition ein. Referenten der Holcim Group, Bilfinger Industrial Services und des Gastgebers BVB Basler Verkehrsbetriebe gaben Einblick in ihre Konzepte und Erfahrungen.
Veranstaltungsbericht 2013

 

fmpro Schweizerischer Verband

für Facility Management und Maintenance

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