Händehygiene: Fakten, Tipps und Mythen

25. Januar 2016 in      ,

Die richtige Händehygiene ist eine der wichtigsten und zugleich einfachsten Massnahmen, um Krankheitsübertragungen zu verhindern.

Text: Beat Büchi*

 

Im Laufe des Tages werden Klinken gedrückt, Speisen zubereitet, Hände geschüttelt, an Nase und Mund gegriffen – und so befallen Viren und Bakterien die Schleimhäute und geraten in den Körper. Bis zu 80 Prozent aller Infektionskrankheiten werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) über die Hände übertragen.

Mehr Bakterien im Kühlschrank als auf der Toilette

Keime tummeln sich häufig dort, wo man sie kaum erwartet. So zeigte eine Studie der Universität Arizona, dass sich im Kühlschrank über tausendmal mehr Bakterien finden können als auf der Toilette. Die weitaus grösste Bakteriendichte herrscht übrigens auf Computertastaturen. Da gibt es nur eines: regelmässiges Händewaschen mit Seife.

Nicht jedermanns Sache

Händewaschen ist aber längst nicht für alle Menschen selbstverständlich – auch nicht nach dem Toilettengang. Wissenschaftler der London School of Hygiene and Tropical Medicine beobachteten das Waschverhalten von 200 000 Waschraumbesucherinnen und -besuchern an Autobahnraststätten. Das Resultat: Nur gerade 32 Prozent der Männer und 64 Prozent der Frauen wuschen sich nach dem Toilettengang ihre Hände mit Wasser und Seife.

Hände waschen – aber richtig!

Die am häufigsten vernachlässigten Stellen beim Händewaschen sind die Fingerspitzen, die Handflächen und die Daumen. Für das Reinigen der Hände empfiehlt sich kaltes Wasser und Seife. Denn entgegen weit verbreiteter Meinung bringt warmes Wasser gegen Bakterien, Viren und andere Keime keinerlei Vorteile. Es strapaziert die Haut nur unnötig. Seife ist hingegen ein Muss, denn Wasser allein tötet keine Keime ab. Krankheitserreger gehen eine enge Verbindung mit der Haut ein und können nur durch Seife zuverlässig entfernt werden. Um nach dem Waschen die verbliebenen Bakterien zu eliminieren, empfehlen Experten und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Verwendung von einem Wegwerf-Papiertuch oder von einer einmal benutzbaren Stoffhandtuchportion. Die anschliessende Händetrocknung entfernt einen Grossteil der noch verbliebenen Krankheitserreger sowie Seifenreste, die empfindliche Haut reizen können.

Bild: CWS boco

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